Die Lowara GT 10 HYDROVAR und GT 20 bis GT 80 HYDROVAR (Xylem) sind Druckerhöhungsanlagen mit variabler Drehzahl: Jede Pumpe hat ihre eigene HYDROVAR-Regelung. Eine Druckerhöhungsanlage braucht es dort, wo das öffentliche Netz zu wenig Druck oder zu wenig Wasser liefert. Das ist etwa in Hochhäusern, Wohn- und Bürogebäuden, Hotels, Spitälern und Kaufhäusern der Fall, in der kommunalen Wasserversorgung sowie bei Bewässerung und Beregnung in Gemeinden und Landwirtschaft. Gefördert werden Trinkwasser nach DIN 2000, erwärmtes Wasser nach VDI 2035 sowie Brauch-, Kühl- und Löschwasser ohne abrasive oder langfaserige Bestandteile. Auslegung, Bau und Betrieb richten sich nach Teil 5 der DIN 1988. Der Druck vor jeder Verbrauchsstelle soll bei der Entnahme nicht unter 15 m (1.5 bar) fallen und im Ruhezustand mit Blick auf den Schallschutz 60 m (6 bar) nicht übersteigen. Gegebenenfalls teilt man die Versorgung dafür in Druckzonen auf, mit mehreren Anlagen oder mit Druckminderern in den unteren Stockwerken.
Die HYDROVAR-Reihe hat zwei Ausführungen: Die GT 10 HYDROVAR ist eine Einpumpenanlage bis 160 m³/h. Die GT 20 bis GT 80 HYDROVAR bestehen aus zwei bis acht Pumpen und erreichen bis 1280 m³/h ohne Reservepumpe. Eingesetzt werden mehrstufige vertikale Hochdruckpumpen der Baureihe e-SV für Förderhöhen bis 160 m und bis 22 kW je Pumpe. Bei den Baugrössen 1SV bis 22SV sind alle medienberührten Teile aus Edelstahl, bei 33SV bis 125SV sind Kopf- und Fussstück aus Guss. Die Verrohrung besteht aus Chrom-Nickel-Stahl 1.4571; Saug- und Druckbalken haben bis DN 50 ein Aussengewinde, darüber Flanschanschlüsse. Zum Lieferumfang gehören Absperrarmaturen, Rückflussverhinderer, Manometer, ein Membrandruckbehälter (12 oder 18 Liter, 10 bar) und ein Drucktransmitter je Pumpe, bei den Mehrpumpenanlagen zudem eine Grundplatte aus Chrom-Nickel-Stahl. Daneben umfasst das GT-Programm Anlagen, bei denen nicht jede Pumpe drehzahlgeregelt ist. Die steckerfertige GT 10 N wird über Druckschalter gesteuert und reicht bis 4 kW. Die GT 10 Analog hat eine elektromechanische, die GT 20 Analog eine analoge Steuerung. Die GT 20 bis GT 60 Digivar arbeiten mit Kaskadensteuerung auf Mikrorechner-Basis, die GT 20 bis GT 60 Digivar FU mit einem einzigen Frequenzumformer für die ganze Anlage. Dazu kommen die Feuerlösch-Spezialanlagen GT 10 FL und GT 20 FL.
Sinkt der Druck auf den Einschaltdruck, läuft die Pumpe drehzahlgeregelt an und hält den Solldruck auch bei wechselnder Entnahme nahezu konstant. Bei den Mehrpumpenanlagen schaltet die Regelung je nach Bedarf Folgepumpen zu, der Zuschaltpunkt lässt sich druck- und drehzahlabhängig festlegen. Über die Schnittstelle RS 485 wechseln die HYDROVAR-Einheiten die Pumpenreihenfolge zyklisch und schalten bei einer Störung auf eine andere Pumpe um. Bei der Einpumpenanlage verhindert die Nullabschaltung lange Nachlaufzeiten, wenn kein Wasser bezogen wird. Ein automatischer Probelauf ist programmierbar. Der Frequenzumformer sitzt direkt auf dem Motor, wird vom Motorlüfter gekühlt und hat Schutzart IP 55. Bei den Mehrpumpenanlagen arbeitet er mit einer einstellbaren Taktfrequenz von 8 kHz für geräuscharmen Betrieb. Ausgelegt ist die Anlage für Fördermedien von 0 °C bis 70 °C, Umgebungstemperaturen von 0 °C bis 40 °C, einen Betriebsdruck bis 16 bar und einen Zulaufdruck bis 10 bar. Die Anschlüsse reichen bis PN 16, die Netzspannung beträgt 400 V bei 50 Hz. Die Anlage wird betriebsfertig verrohrt, verdrahtet und voreingestellt geliefert, mit Protokoll über den Probelauf auf dem Prüfstand. Höhere Drücke, höhere Temperaturen und Sonderanlagen gibt es auf Anfrage, bei der Auslegung beraten wir Sie gerne.